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Reisen und Mobilität

Ich packe meinen Koffer: Die Reise-Checkliste für Diabetiker

Reise-Checkliste Diabetes

Lieblingskleid, Sandalen und bequeme Schuhe fürs Sightseeing … Für die meisten ist der Urlaubskoffer schnell gepackt. Bei Menschen mit Diabetes gibt es vor der Abreise aber ein bisschen mehr zu beachten, als einfach eine Liste abzuarbeiten, die sich zwar nahezu endlos erweitern lässt, aber selten wirklich Lebenswichtiges beinhaltet. Schließlich kann man im Zweifel ja alles am Flughafen oder am Urlaubsort nachkaufen. Im Leben mit einer chronischen Krankheit, bei der man auf seinen Diabetesbedarf angewiesen ist, sieht das allerdings anders aus. Was also gehört alles ins Gepäck, wenn man als Mensch mit Diabetes, möglicherweise sogar als Pumpennutzer, verreist?

 Insulinpumpe im Gepäck – Grundausstattung auf Reisen

So sehr man sich auch Urlaub vom Diabetes wünscht: Die Krankheit wird während der Reise leider keine Pause machen. Darum ist es wichtig, genug Equipment für den gesamten Zeitraum einzupacken – und zwar mit einer zusätzlichen Notfallreserve. Man sollte also ausrechnen, für wie viele Tage man welche Menge an Insulin, entsprechende Reservoirs, Infusionssets, Batterien und Hautdesinfektionsmittel benötigt und etwas mehr einpacken. Und dabei nicht die Setzhilfe für die Katheter vergessen! Je nach Situation bietet es sich an, das Zubehör auf verschiedene Koffer aufzuteilen, falls beispielsweise bei einer Flugreise ein Koffer verloren geht. Das Blutzuckermessgerät sowie sämtliche Hilfsmittel und ausreichend Traubenzucker für die alltägliche Diabetes-Therapie gehören natürlich ohnehin immer ins Handgepäck.

Immer was in Reserve: Ersatzpumpe und Einmalspritzen

Für längere Reisen empfiehlt es sich, direkt beim Hersteller der Insulinpumpe nach einer sogenannten Urlaubspumpe zu fragen. Diese kann im Notfall während der Reise die eigene Pumpe ersetzen und wird nach der Heimkehr wieder zurückgegeben. Die genauen Regelungen variieren je nach Hersteller. Aber ob mit oder ohne zusätzliche Insulinpumpe, eines gehört immer ins Gepäck: Insulinpens (plus passende Insulinpatronen und ausreichend Penkanülen) oder alternativ Einmalspritzen. So vorbereitet, sollte es keine Situation geben, in der kein Insulin injiziert werden kann.

 

Und nicht vergessen – keep cool

Insulin muss gekühlt werden – auch unterwegs! Transportieren Sie sämtliches Insulin in isolierten Taschen und lagern es am Zielort wieder im Kühlschrank. Außerdem ist für Notfälle ein mehrsprachiger Diabetes-Ausweis nützlich. Achtung: den dann bei sich tragen. Oder Sie notieren sich vor Reiseantritt diabetes-relevante Begriffe in der jeweiligen Landessprache.

Bei Flugreisen müssen noch zusätzliche Vorbereitungen getroffen werden. Um mit der Pumpe und dem weiteren Diabetes-Zubehör durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen zu kommen, benötigt man eine ärztliche Bescheinigung.
Außerdem muss gegebenenfalls – das variiert je nach  Insulinpumpenmodell – bei der Pumpe selbst der Flugmodus eingeschaltet werden.

Reise-Checkliste für Diabetiker – das gehört ins Gepäck

Für die Therapie allgemein:

  • Insulin (in Originalverpackung) (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Blutzucker-Messgerät (auch Ersatz)
  • Ersatzbatterien für Blutzuckermessgerät (in Originalverpackung) (an zusätzliche Ausstattung denken)
  • Blutzucker-Teststreifen (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Lanzettengerät
  • Lanzetten (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Therapieplan (Basalinsulin, BE-/KE- und Korrekturfaktor)
  • Tagebuch
  • Eventuell Kühlmöglichkeit für unterwegs

Für die Insulinpumpen-Therapie:

  • Insulinpumpe (ggf. zusätzlich eine Urlaubs-Leihpumpe)
  • Ersatzbatterien (in Originalverpackung) (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Kleine (Reise-)Anleitung zur Insulinpumpe
  • Leerampullen (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Adapter / Batteriefachdeckel (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Infusionssets bzw. Pods (bei Omnipod) (in doppelter Menge des Bedarfs)
  • Einmalspritzen oder Insulinpen für den Notfall
  • Desinfektionsmittel, Pflaster
  • Tragesysteme

Für die Pumpenpause:

  • Therapieplan/Umstellung auf ICT
  • Insulinpen(s)
  • Basalinsulin (Verzögerungsinsulin oder langwirksames Insulinanalogon)
  • Insulinpen-Kanülen

Für den Notfall:

  • Traubenzucker bzw. Flüssigzucker
  • Telefonnummer des Arztes bzw. Diabeteszentrums zu Hause
  • Keton-Teststreifen
  • Schema zur Behandlung einer Ketoazidose
  • Glukagon-Notfallset
  • Für die Flugreise ein „Medical Certificate“
  • Diabetikerausweis in Landessprache

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