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Therapie & Technik

Den DBLG1- Algorithmus laufen lassen oder eingreifen ?

Künstliche Intelligenz verarbeitet die Daten, die sie erhält, und kann so nach und nach Muster erkennen. Durch den Vergleich von Situationen lernt ein Algorithmus und kann sich darauf einstellen. Zuviel menschliche Kontrolle kann hinderlich sein.

Diabeloop bietet KI-basierte, personalisierte Lösungen für Menschen mit Diabetes an. Der selbstlernende Algorithmus DBLG1 erleichtert – in Verbindung mit einem Sensor und einer Insulinpumpe – das Diabetes-Management, indem sowohl die Verbesserung der TIR („Time in Range“ oder Zeit im Zielbereich) als auch eine Reduktion des Risikos für Hypoglykämien erreicht werden. Da die Nutzung des DBLG1-Algorithmus aber auch immer wieder zu Verunsicherungen führt, soll im Folgenden auf eine häufig gestellte Frage eingegangen werden: „Den Algorithmus laufen lassen oder eingreifen?“ Gerade am Anfang sind Anwendende oft verunsichert. Manche greifen ständig manuell ein, andere lassen das System zu lange alleine laufen und sehen im Ergebnis eine unbefriedigende „Time in Range“. In der Psychologie spricht man von „Übervertrauen“ und „Untervertrauen“.

Wer einem Therapie- Management-System umgehend und beinahe blind vertraut, gibt möglicherweise zu leichtfertig die Verantwortung ab. Das kann dazu führen, dass Werte, die sich in die falsche Richtung bewegen, anfangs gar nicht bemerkt werden. Andere vertrauen der Technologie nur begrenzt und tendieren dazu, ununterbrochen nachzujustieren und zu regeln. Menschen, die ihren Diabetes ein Leben lang komplett alleine gemanagt haben, falle es häufig besonders schwer, dem Algorithmus Zeit zu geben, sagt Dr. Christian Krey von Diabeloop. „Es ist ungewohnt, plötzlich Entscheidungen an eine Maschine abzugeben, und schwierig, den Algorithmus am Anfang einfach laufen zu lassen.“

Einige Wochen sollte man dem Algorithmus Zeit geben

Genau das empfehlen die Entwickler des DBLG1. „Der Algorithmus braucht eine bestimmte Anzahl vergleichbarer Situationen, um daraus lernen zu können“, so Krey. Einige Wochen lang solle man diesen daher möglichst einfach mal laufen lassen, ohne einzugreifen. Das bedeutet nicht, dass man keinen manuellen Bolus abgeben darf. Das sei natürlich immer möglich und mitunter auch erforderlich und störe auch das automatische Lernen nicht. „Wenn ich aber andauernd manuell nachjustiere und Parameter ändere, dann hat der Algorithmus keine Chance, zu lernen. In der Folge zeigt sich dann leider häufig, dass sich die Werte nach zwei drei Wochen eben nicht so verbessert haben, wie die Anwendenden es erwarten.“ Der Misserfolg wird auf den Algorithmus zurückgeführt, Anwendende sind unzufrieden und natürlich sind auch die Blutzuckerwerte suboptimal.

Das A und O: Eine gute Schulung

Für Dr. Christian Krey hat es viel mit den Erwartungen zu tun und hier rücken die Schulungen in den Vordergrund. „Es ist immens wichtig, dass Anwendende in den Schulungen darauf vorbereitet werden, dass jedes System Zeit braucht, um sich individuell auf eine/n Nutzer*in einzustellen. Niemand dürfe von heute auf morgen eine erstklassige „Time in Range“ erwarten.

Und wenn es trotzdem nicht rund läuft

Anwendende, die nach einigen Wochen nicht mal annähernd in die gewünschte Richtung kämen, müssten sich unter Umständen nochmal gemeinsam mit dem Diabetes- Team zusammensetzen und zum Beispiel die Tagesgesamt Insulindosis anpassen, empfiehlt Dr. Christian Krey.

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