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Mit Diabetes aufs Festival

1. September 2019

Mit Diabetes aufs FestivalFür viele ist es DAS Event des Jahres, auf das sie die restlichen Tage des Jahres hin fiebern: Das Lieblingsfestival! Und auf einmal ist da noch jemand dabei. Jemand, den man gar nicht eingeladen hat. Genau - der Diabetes. Vielleicht hast du aber auch schon länger Diabetes, und das erste Festival steht an. Wie dem auch sei: Wirklich mitnehmen will den ollen Zucker keiner, aber was muss, das muss, richtig?

Es gibt aber durchaus ein paar Überlebenstipps und -tricks, neben den üblichen wie „genug Panzertape“, „Dosenfutter“ und „Gummistiefel“ – die haben ja aber auch mit dem Diabetes nichts zu tun. Schauen wir uns also an, auf was für kleinere und größere Besonderheiten du dich auf einem Festival einstellen kannst.

  • Es gibt keinen Kühlschrank.
    Eh klar, oder? Aber wohin dann mit dem Insulin, wenn man selbst schon bei hochsommerlichen Temperaturen schwitzt und es wohl kaum im Zelt oder gar Auto lassen kann? Die Lösung ist ganz einfach: Die Sanitäter, euer Freund und Helfer. Schaut am Besten schon bei der Zuteilung des Zeltplatzes darauf, dass ihr in der Nähe eines Sanitäterstützpunktes euer Lager aufschlagen könnt. Die Sanis haben definitiv Strom für kühlungspflichtige Medikamente da, sind rund um die Uhr anwesend und nehmen euer Insulin in einer kleinen, beschrifteten Plastikdose gern in ihre Obhut. Nur am Ende nicht vergessen, es wieder einzusammeln.
  • Du wirst unterzuckern. Hab Spaß! – und lass den Diabetes auch mal Diabetes sein.
    Tolle Aussichten, nicht wahr? Aber sind wir ehrlich: Es gibt zwar an jeder Ecke fettiges Fast-Food zu kaufen – aber die Hitze, das lange Stehen, das Tanzen und auch die oftmals langen Fußmärsche vom Zeltplatz zu den Bühnen sind nicht zu unterschätzen. Pack dir also genug Hypohelfer ein. Traubenzucker ist praktisch, denn er schmilzt nicht – und mittlerweile gibt’s ja viele verschiedene Geschmacksrichtungen.
  • Es gibt Sicherheitskontrollen.
    Also sei vorbereitet! Am Eingang des Festivalgeländes gibt es meist Sicherheitskontrollen, fast wie am Flughafen. Weise das Personal direkt auf deinen Diabetes hin, zeige ihnen Sensoren und Insulinpumpe – wenn du magst und dich dadurch sicherer fühlst, kannst du sogar das ärztliche Zertifikat einpacken, welches du auch zum Fliegen benutzt. So kriegst du auch deine Hypohelfer durch die Kontrolle, denn oft sind eigenes Essen und Getränke nicht erlaubt.
  • Es ist dreckig.
    Ja, das ist bei Festivals halt so. Die finden nun mal meist auf matschigen Wiesen statt. Ich will hier auch nicht zu realitätsfernen Handlungen wie „Hände waschen vor JEDER Blutzuckermessung!“ auffordern, aber pack dir ein paar Desinfektionstüchlein und -flüssigkeit ein, um zumindest den gröbsten Schmutz zu entfernen.

Du siehst, es gibt ein paar Sachen zu beachten… aber in welcher Lebenslage gibt es die mit Diabetes denn nicht? Insofern, achte vor allem auf das Wichtigste: Hab Spaß! – und lass den Diabetes auch mal Diabetes sein.

Eure 

 Ramona

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