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Carolin: Mamamia mit Diabetes

Interview mit Carolin, 33 JahreCarolin - Mamamia mit Diabetes

Carolin arbeitet als Forscherin in einem großen deutschen Pharmaunternehmen und ist jetzt in Elternzeit. Beim Fotoshooting für DiaExpert im Januar 2015 war sie schwanger. Am 16. März 2015 kam ihre Tochter Amelie zur Welt.

Mit Carolin haben wir über das Thema Diabetes und Schwangerschaft gesprochen.

DiaExpert: Carolin, seit wann haben Sie Diabetes und wie sieht Ihre Therapie aus?
Carolin: Seit rund 20 Jahren. Von der Therapie her habe ich alles durch: Begonnen habe ich mit Mischinsulin in der Spritze, damals war das noch tierisches Insulin. Dann bin ich auf den Insulinpen und die neuen Analoginsuline umgestiegen. Seit 4 ½ Jahren trage ich die Insulin-Patch-Pumpe mylife OmniPod. Ich wollte keine Insulinpumpe mit Schlauch, deshalb kam die Patch-Pumpe damals gerade richtig.

DiaExpert: Wie haben Sie sich auf die Schwangerschaft vorbereitet?
Carolin: Seit Ende 2013 trage ich zusätzlich zur Patch-Pumpe ein System zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM-System), um die Blutzuckerwerte schon vor der Schwangerschaft gut einzustellen. Das ist ja sehr wichtig. Mein Hba1c-Wert hat sich dadurch drastisch auf Werte von 6,0 % oder sogar noch darunter verbessert.

DiaExpert: Wie verlief die Schwangerschaft, auch im Hinblick auf den Diabetes? Hatten Sie Probleme mit Übelkeit am Anfang?
Carolin: Probleme mit Übelkeit hatte ich am Anfang nicht, da hatte ich Glück. Es bestand tendenziell eher die Gefahr einer Unterzuckerung. Der Blutzucker muss ja straff eingestellt sein, mit Werten um die 100 mg/dL (5,5 mmol/L). Bei einem Wert von 75 mg/dL (4,1 mmol/dL) hat das CGM-System mich durch einen Alarm gewarnt und ich konnte rechtzeitig Traubenzucker nehmen. Nur nachts war das manchmal anstrengend, weil mich die Alarme häufiger geweckt haben.

DiaExpert: Wie war die Einstellung während der Schwangerschaft? Hatten Sie große Blutzuckerschwankungen?
Carolin: Nein, ich hatte keine großen Blutzuckerschwankungen. Ich war selbst erstaunt, wie gut das geklappt hat. Auch mein Arzt meinte, das sei ja topp gelaufen. Normalerweise hört man ja, dass der Insulinbedarf am Anfang fällt, im zweiten Drittel der Schwangerschaft ansteigt und vor der Geburt wieder fällt. Ich hatte nicht diesen „typischen“ Verlauf. Am Anfang war der Insulinbedarf schon niedriger, aber danach ist er nicht sehr angestiegen.

DiaExpert: Wo wurde die kleine Amelie geboren?
Carolin: In der Uniklinik in der Nähe unseres Wohnortes. Uns war wichtig, dass eine Kinderklinik angeschlossen ist – für den Fall, dass das Baby wegen einer Unterzuckerung dort behandelt werden muss. Dazu kam es zum Glück nicht. Amelies Blutzucker war nach der Geburt zwar auf einem für Neugeborene extrem niedrigen Niveau, aber er wurde anschließend regelmäßig überprüft und hat sich schnell wieder normalisiert.

DiaExpert: War es eine Spontangeburt oder ein Kaiserschnitt?
Carolin: Amelie kam acht Tage vor dem errechneten Termin zur Welt. Ich bin froh, dass alles auf natürlichem Weg ging, das hatte ich mir gewünscht. Für den Fall, dass Amelie nach dem errechneten Termin gekommen wäre, war eine künstliche Einleitung der Geburt und gegebenenfalls ein Kaiserschnitt geplant. Das ist üblich bei Frauen mit Diabetes, weil sie nicht übertragen dürfen wegen einer möglichen schlechteren Durchblutung der Plazenta.

DiaExpert: Wie fühlen Sie sich jetzt, vier Wochen nach der Geburt?
Carolin: Mit geht es gut. Körperlich war ich schnell wieder fit. Das Stillen klappt auch gut. Der Blutzucker fährt jetzt allerdings Achterbahn, das muss sich erst einpendeln.

DiaExpert: Tragen Sie das CGM-System noch?
Carolin: Ja und das zeigt mir jetzt immer schön die Achterbahn der Blutzuckerwerte an. Die Krankenkasse zahlt das CGM-System eigentlich nur während der Schwangerschaft und maximal während der Stillzeit. Aber ich überlege gerade, ob ich es nicht behalte und die Kosten privat bezahle. Die kontinuierliche Messung ist doch eine große Erleichterung.